Wie behauptet man sich gegen die Marketingmillionen? Der Naturkosmetikpionier i+m im Blick.

Das Unternehmen i+m aus Berlin ist der älteste unabhängige Naturkosmetikhersteller Deutschlands. Gegründet wurde es im Jahr 1978 und hat seitdem des öfteren schwere See überstanden. Mit dem Naturkosmetik-Boom werden die Karten neu gemischt.

Die Anfänge von i+m

Mit Innovation ist das so eine Sache. Neue Ideen, Produkte und Prozesse werden oft entwickelt der Innovation wegen. Das Wofür bleibt da im Rausch des Neuen so manches mal auf der Strecke. Wenn das Wofür geklärt wird, wird aus Innovation Fortschritt. Das zumindest beschreibt der Soziologe Harald Welzer in seinem neuen Buch „Nachruf auf mich selbst“.

Und manchmal kann Fortschritt auch ein Rückschritt sein, vielmehr eine Neubesinnung auf alte Werte und Verfahren. So oder so ähnlich muss es gewesen sein, als die Hebamme Inge Stamm in den 1970er Jahren feststellte, dass die Babys, die sie versorgte auf Cremes mit Hautirritationen reagierten. Kein Wunder, bei der Menge an Konservierungsstoffen, Mineralölen und synthetischen Inhaltsstoffen, die die damaligen Cremes enthielten. Im Rausch der Industrialisierung war das jahrhundertealte Wissen der Naturkosmetik eben nicht gefragt.

Ganz innovativ startete Inge Stamm mit ihrer Freundin Monika Berg damit eigene Pflegecremes mit natürlichen Inhaltsstoffen zu entwickeln und gründeten im Jahr 1978 schließlich die Naturkosmetikfirma i plus m Berlin. Weniger Chemie, mehr Natur, weniger Hautausschlag Fortschritt kann so einfach sein.

Das Geschäft heute hat mit den Anfängen im Jahr 1978 wenig zu tun. Die frühen Gründer:innen der ersten Bio-Bewegung mussten sich oft Nachfolger:innen suchen, die die neuen Märkte verstanden und Marken und Produktdesigns weiterentwickeln konnten. Bei i+m übernahm im Jahr 2007 u.a. unser heutiger Gast Jörg von Kruse das Ruder und machte aus einem vermeintlichen Insolvenzfall eine kleine Erfolgsgeschichte, sie erweckten i plus m zu neuem Leben.

Das Lebensumfeld, also der Markt für Naturkosmetik, entwickelt sich rasant weiter. Nach Bio folgt Nachhaltigkeit und jedes Produkt, jede Marke soll die Welt retten.

Jeder große Konzern sitzt mittlerweile auf dem Thema, Influencer verticken eigene natürliche Produktlinien, für natürlich viel Geld. Es trendet halt.

Die Fragen, die sich alle stellen:

Wie besteht man als in diesem Wettbewerb, gerade als Bio-Unternehmen der ersten Stunde?

Wie bleibt man in den Regalen der großen Drogeriemärkte ?

Was macht man gegen die Marketingmillionen der Multis?

Und wie kommt man darüber hinaus auf die Idee soziale Verantwortung zu übernehmen und Frauenhäuser und Schulen in Sambia zu bauen?

Das alles erfahrt ihr in dieser Episode mit Jörg von Kruse, Geschäftsführer von i+m Naturkosmetik aus Berlin. 

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über eine regenerative Wirtschaft.